Es ist interessant und erschreckend zugleich, wie unterschiedlich die Definitionen von „schönem Wetter“ sein können. Die einen liegen bei 35 Grad in der Sonne oder gehen schwimmen, auf jeden Fall haben sie dabei Spaß. Der andere, also ich, sitzt zu Hause und wartet auf den Winter. Es kann einfach nicht „schön“ sein, wenn lauter übergewichtige Menschen in leichter Kleidung durch die Straßen, Parks und Einkaufszentren ziehen und dabei die Luft mit ihrem süßlich-penetranten Schweißgeruch erfüllen, der einem schon von unten aus ins Wohnzimmerfenster hineinweht. Es kann genauso wenig „schön“ sein, wenn jede Frau meint, sie müsse ihren Körper präsentieren, vollkommen egal wie viel oder wenig sie davon hat. Auch kann es nicht „schön“ sein, wenn man nach dem ersten Mittagsbier fast einen Kreislaufzusammenbruch bekommt.
Am allerunschönsten aber ist der Anruf der eigenen Mutter mit der Bitte, dass man doch bei diesem „schönen Wetter“ unbedingt wieder den Rasen mähen solle.
Ich bin ein arbeitsloses Arbeitstier, so fremdbestimmt, dass ich mich von mir selbst entfremde. Als Selbstständiger durch die Arbeitsagenturen des Landes zu tingeln und Snacks und gekühlte Getränke zu verkloppen, klingt in diesen Tagen dagegen wie ein Traumjob.
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