Mein Penis brannte mehr als mein Rachen, aber jede gute Party muss ein Ende haben. Die Argentinierin hat sich mehrfach bedankt, mir kam das spanisch vor, aber es lag weniger an meiner sexuellen Leistungsfähigkeit, als daran, dass ich als einziger ihre Körperöffnungen nicht mit einem Fußballtor verwechselt habe und den Torschrei auch beim Anblick ihrer Lippen nicht auf meinen hatte. Peter fühlte sich heute Morgen wie kurz nach dem Mauerfall, in einer anderen Welt, die ihn hoffnungslos überforderte. Dass jemand so viel Geld für ein altes Tittenheft hinblättert, konnte er nicht glauben. Und ich auch nicht.
Beim Frühstück saßen wir wieder bei harten Brötchen und billigem Korn zusammen. „Und Peter, was machst du nun mit deinem Anteil?“ fragte ich ihn. Schon wieder war sie da, die ostdeutsche Orientierungslosigkeit. „Ich weiß es nicht“, antwortete er zögerlich und nippte dabei an seinem Pinnchen. Ich blickte Pensionschefin Petra an, zurück zu Peter und dann wieder Petra. Dann war es mir klar: Petra und Peter. Mit meinem Vermittlerinstikt gelang es mir schnell, beide an einen Tisch und später auch in ein Bett zu bekommen. Vorher verabschiedete ich mich von Peter, zahlte ihm 8000 Euro, also seinen Anteil abzüglich der Nuttenkosten und der GEZ-Nachzahlung und wünschte ihm ein schönes Leben. Wir waren quitt und irgendwie ist er mir auch in den letzten Tagen ans Herz gewachsen.
Nachdem ich „Petras Wohlfühlpension“ verlassen hatte, startete ich direkt durch zur Sparkasse. Der stellvertretende Filialleiter staunte nicht schlecht, als er mich wiedersah. Noch dazu mit einem so hohen Geldbetrag, den ich in bar einzahlen wollte. Er war zwar skeptisch, informierte aber nicht die Polizei. Warum auch, der Überfall war schließlich gescheitert und eine Beute existierte nicht.
Danach bewunderte ich einige Stunden den Kontostand auf meinem Kontoauszug, fuhr schnell zum Stadtwerke-Kundencenter und beglich auch dort meine Schuld. Fehlte nur noch einer, Herr Wilhelm. Sicherlich, mit meinem Vermögen könnte ich glatt in eine bessere Gegend zu ziehen. Aber ich hatte beschlossen, wieder sesshaft zu werden. Ein fester Wohnsitz und ein geregelter Mieteingang sind da gute Voraussetzungen für einen Neuanfang.
Leider wartete Wilhelm jr. immer noch im Treppenhaus. Da ich einer direkten Konfrontation aus dem Weg gehen wollte, kletterte ich auf das Baugerüst, zurück auf den Balkon und… rutschte ab. Ich segelte drei Meter in die Tiefe und wurde dabei nur von einem Betonpfeiler gebremst. Ich sah noch wie sich Familie Wilhelm über mich beugte, dann gingen die Lichter aus.
Bitte ein Happy End. Wirst dir wohl nen ordentlichen Arzt leisten müssen.
AntwortenLöschen