Dienstag, 6. Juli 2010

Tag 361

Als ich wach wurde, fand ich mich in einem Krankenhausbett wieder. Auf dem Tisch standen frische Blumen und der warme Sommerwind blies durch die gekippten Fenster. Es klopfte an der Tür und eine bildhübsche, blonde Krankenschwester trat ein. „Wie geht es Ihnen denn heute, Herr Pfitzer?“ fragte sie, während sie mir ein leckeres Frühstück und ein Glas Sekt auf den Nachttisch stellte. „Scheiße“, antwortete ich. „Sie haben lange geschlafen“, ließ sie mich wissen. „Wenn es irgendetwas gibt, was ich für Sie tun kann, müssen Sie es nur sagen. Der Chefarzt schaut gleich nach Ihnen“. Ich blickte ihrem perfekten Hintern lange hinterher, auch als die Tür längst wieder geschlossen war.
Kurze Zeit später kam der Chefarzt. Außer einem weißen Kittel zierte ihn eine lange, weiße Mähne.

Er: Es freut mich dich zu sehen, Christian.
Ich: Gandalf?
Er: Ich bin gekommen um dir zu gratulieren.
Ich: Wozu?
Er: Zu deiner erfolgreichen Mission. Die letzte Prüfung…
Ich: Ich habe sie bestanden?
Er: Natürlich hast du das. Du bist schließlich der Auserwählte.
Ich: Wieso jetzt doch?
Er: Nun, dir ist doch klar, dass das alles deine ganz persönliche Mission war. Wer außer dir hätte der Auserwählte sein können? Du hast richtig erfasst: Es ist dein Unterbewusstsein. Und du selbst kannst darüber entscheiden, was mit ihm geschieht. Und du hast die Arbeitsagentur besiegt und deine eigenen Dämonen.
Ich: Und was wird aus euch Fernsehgestalten?
Er: Wir gehen zurück ins den Fernseher. Christian, ich weiß, welchen Entschluss du gefasst hast.
Ich: Ja?
Er: Ja. Du willst wieder arbeiten. Nichts war wichtiger, als dich aus der Arbeitslosigkeit zu holen. Du hast den größten Schritt auf diesem Weg gemacht, weil du dich bereits für die Arbeit entschieden hast.
Ich: Aber was soll ich machen? Keiner will mich! Meine Bewerbungen waren erfolglos.
Er: Nun, ich habe gehört ein kleiner Elektrotechnikbetrieb hat gerade Insolvenz angemeldet. Vielleicht könntest du das Geschäft übernehmen.
Ich: Ob es das ist?
Er: Alles wird gut, Christian. Du machst deinen Weg. Auch ohne Arbeitslosigkeit und Unterschichtenfernsehen.

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