Liebe Herr Bundeskanzlerin Merkel,
nach langen Tagen, Wochen und Monaten, in denen ich verzweifelt auf Antwort von Ihnen wartete, habe ich es nun aufgegeben.
Mittlerweile bin ich froh, nicht Teil Ihres Versagerkabinettes geworden zu sein. Eine größere Schmach hätte ich wohl nur erfahren, wenn meine Eltern mich auf ein Fußballinternat geschickt hätten und ich nun für den DFB spielen müsste.
Im Moment sitze ich auf meinem Balkon und übe mich darin, mit zwei gebrochenen Armen zu schreiben. Sicherlich, ich könnte mir schöneres vorstellen, doch eigentlich geht es mir gut.
Ich muss mich nicht mit sinkender Beliebtheit oder schlechten Umfragewerten herumschlagen, denn mich mochte sowieso noch nie jemand. Ich muss mir auch nicht eingestehen, dass meine größten Konkurrenten Roland Koch und Sigmar Gabriel sind, was mit Sicherheit zu einer handfesten Depression führen würde. Und ich muss mir heute Abend auch nicht dieses lächerliche Spiel um den dritten Platz bei der Fußball-WM anschauen, denn mein Fernseher bleibt von nun an guten Gewissens aus. Ich würde fast behaupten, mir geht es in allen wesentlichen Punkten besser als Ihnen.
Was nun aus mir wird? Ich weiß es nicht. Aber ich habe sechs Monate Zeit, um mir darüber Gedanken zu machen. Vielleicht veröffentliche ich meine Erfahrungen in einem Buch und schwäche damit nachhaltig die Arbeitsmoral in diesem Land. Vielleicht gönne ich mir auch erst einmal einen Urlaub, so wie Sie. Wir werden sehen…
In einem Land zu leben, in dem die Wähler von Ihrer Regierung die Schnauze voll haben, gibt Hoffnung. Würden sie nicht dafür die große Koalition zurückhaben wollen, könnte man sich glatt daran klammern.
Doch ob Arnsberg oder Afghanistan, Mainz oder Mallorca, Tübingen oder Thailand – wo immer ich hingehen werde, und da geht es mir wie Ihnen, werde ich ein Stück deutsche Kultur mitnehmen.
Leben Sie wohl, Frau Bundeskanzler, und nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass ich als Arbeitsminister zukünftig nicht mehr zur Verfügung stehen werde.
Mit freundlichen Grüßen,
Christian Pfitzer
Das kann doch noch nicht alles gewesen sein? Ein abschließendes Resumé hätte ich mir schon gewünscht. Ansonsten, ich kann garnicht ausdrücken, wie genial ich dieses Blog fand. Ich habe seit letztem Jahr irgendwann angefangen, seitdem jeden Tag brav ab 8 gelesen :).
AntwortenLöschenVielen Dank für diesen Blog, wer auch immmer dahinter steckt!